Montag, 24 Oktober 2005 00:00

Verkürzte Zahnreihe – versorgen oder belassen? Vorlesung mit Diskussion

Referent:

Zum Inhalt des Vortrags:

Unter verkürzter Zahnreihe (VZR) versteht man einen reduzierten Zahnbogen, der bis zum zweiten Prämolaren reicht; er besteht aus 10 okkludierenden Zahnpaaren (TOP 10). A.F. Käyser aus Nijmegen stellte als einer der ersten die ketzerische Frage, ob das prothetische Dogma, dass alle Zähne ersetzt werden müssen, zu Recht besteht.

Folgende Probleme werden mit der VZR bei fehlender Abstützung im Molarenbereich assoziiert:
- Parodontaler Zusammenbruch der Restzähne; dieser kann zur Wanderung (auch Elongation) und Auffächerung der Frontzähne, verstärktem Tiefbiss, letztlich also zum Zusammenbruch der Okklusion führen
- Ãœberlastung des Kiefergelenkes mit Dislokation der Kondylen; als Folge werden Dysfunktion und Beschwerden registriert (CMD).

Diese Auswirkungen führten in den meisten zahnärztlichen Versorgungssystemen zur Forderung, alle Zähne zu ersetzen; schließlich wurde daraus ein Dogma der Prothetik, mit der Folge, dass jeder Stützzonenverlust im Molarenbereich durch Zahnersatz behandelt werden sollte.

Ist das aber wirklich notwendig, was spricht dafür und was dagegen? Stimmen die wichtigsten Einwände heute noch? Diese Fragen und die Alternativen, die der Zahnarzt bei der Behandlung der VZR hat, möchte ich in meinem Vortrag vor dem Bergischen Zahnärzteverein aufgreifen.